Sexuelle Belästigung

Die sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz meint vor allem die sexuelle Belästigung von Frauen durch Männer d.h. Kollegen und Vorgesetzte. Nahezu jede 2. Frau wurde schon einmal an ihrem Arbeitsplatz sexuell belästigt, viele mehrmals.

So etwas sollte eigentlich nicht vorkommen und deshalb wurde dieser Tatbestand auch über Jahrzehnte verschwiegen oder bagatellisiert. Früher wurde die sexuelle Belästigung von Frauen als Kavaliersdelikt betrachtet.

1992 wurde das Gleichstellungsgesetz verabschiedet und erst 1994 das ´Gesetz zum Schutz der Beschäftigten vor sexuellen Belästigungen am Arbeitsplatz`.

Vor allem das letzte Gesetz ermöglicht es Betroffenen sich gezielt zu wehren. Darüberhinaus werden Arbeitgeber mit diesem Gesetz verpflichtet, alles zu tun, um eine sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz auszuschließen bzw. zu verhindern.

Als sexuelle Belästigung definiert der Gesetzgeber ´jedes vorsätzliche sexuell bestimmte Verhalten, das die Würde von Beschäftigten am Arbeitsplatz verletzt. Da sexuelle Belästigung sich in unterschiedlichster Weise äußern kann, wird jede Art von Übergriff geahndet.

Nicht nur eindeutige sexuelle Äußerungen, das Androhen beruflicher Nachteile bei sexueller Verweigerung, das Versprechen beruflicher Vorteile bei sexueller Willfährigkeit sind übergriffig und erniedrigend.
Auch anzügliche Witze und schlüpfrige Bemerkungen über die Figur und sexuelles Verhalten im Privatleben gehören zur Liste der sexuell getönten Übergriffe `,ebenso auch das Anstarren, taxierende Blicke, exhibistische Handlungen und Etliches mehr, all das, was für die betroffene Person anstößig,erniedrigend, einschüchternd und demütigend ist.

In der sexuellen Belästigung zeigt sich in besonderer Weise das viele Männer über ein verächtliches, diffamierendes Frauenbild verfügen. Nach dem Motto ´die Frau ist dem Manne untertan`, sie hat ihm stets zu Diensten zu sein und sich dem Mann zu ergeben.

Dank gesetzlicher Grundlagen und auf Grund ihres gewachsenen Selbstbewußtseins wehren sich viele Frauen. Es hilft nichts ´gute Miene zum bösen Spiel`zu machen.

Die sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist im Kern eine existentielle Bedrohung und als solches sollte sie auch behandlet werden :
Man darf es sich nicht gefallen lassen. Man muß seinen Unmut über die unerwünschte Berührung zum Ausdruck bringen, den Belästiger auffordern sein Verhalten zu ändern, gegebenenfalls sich an den Vorgesetzten wenden, sich Beweise verschaffen, um sich ggf. mit Hilfe der Gerichte zu wehren.

Zur Unterstützung wenden Sie sich dann auch an betriebliche Organisationen wie Betriebsrat oder Personalrat.

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