Meomoirenschreiben

Eine einfache Antwort lautet: weil Menschen sich heute mehr als früher für die eigene Geschichte wie für die Geschichte Ihrer Lieben interessieren.

Vor noch gar nicht langer Zeit war das Wissen um die Geschichte des eigenen Lebens nur denen vorbehalten, die “Ahnen” hatten, die sich ihrer familiären Herkunft bewußt und auf sie stolz waren und zwar deshalb, weil das eigene Leben in die Geschichte der Familie, in deren Höhen und Tiefen eingeordnet wurde und damit die Kontinuität der Familie im Wechsel der Jahrhunderte gesichert wurde.

Heute möchten sich auch viele, die über keine eigene lange (Familien)Geschichte verfügen Geschichte und damit Bedeutung verleihen und sei sie noch so klein.

Dieses Bedürfnis scheint vor allen Dingen bei denen zuzunehmen, die bereits ein “Leben gelebt” haben, die sich auf Grund von Rentnerdasein oder sonstiger Möglichkeit zur Selbstbesinnung fragen: ” was bleibt von mir?” und die in Erinnerung bleiben möchten bei jenen, mit denen sie ihr Leben teilen oder von denen sie Abschied nehmen müssen, seien es Geschwister, Kinder, Enkel oder auch Freunde.

Im Bewußtsein zu bleiben auch nach dem eigenen Vergehn ist ein starkes menschliches Bedürfnis,
viele möchten ” eine Spur hinterlassen” und sei es nur eine Spur in Form eines kleinen Büchleins für Verwandte und Freunde.

Der Angst vor der Vergänglichkeit und vor dem Vergessen will man ein Schnippchen schlagen. Das ist ein zentrales Motiv. Nicht umsonst boomt das Memoirenschreiben.

Es gibt allerdings noch ein andres:
Denen, den die Memoiren zugeeignet werden, wird auf auf einfache Weise vermittelt, woher man kommt, welche Lebensverhältnisse, welche Freude und welcher Kummer einen geprägt haben, auf was man stolz sein kann und wofür man dankbar sein muß.

Außerdem zeigt sich in den Memoiren eine Lerngeschichte, eine Geschichte darüber, wie jemand die Klippen des Lebens umschiffte, wie gut einer, durch die Gezeiten der großen Welt beeinflußt, sein kleines Lebensschiff zu lenken verstand, woran er scheiterte, wie er “Siege” errang oder Niederlagen überwand.

Damit können Memoiren zu Zeugnissen von menschlichen Fähigkeiten und Talenten werden, zu Orten, an denen wir Vorbilder finden können, die unsere Zeit so dringend braucht.

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